In diesem zweiten Teil unserer Übersicht über die verschiedenen Anlageformen schauen wir uns heute die noch verbleibenden Formen Rohstoffe, Immobilien und Währungen an.

Rohstoffe

Bevor auf die einzelnen Anlageformen eingehen, müssen wir zunächst klären, was überhaupt als Rohstoff definiert wird. Rohstoffe lassen sich prinzipiell in 5 verschiedene Segmente unterteilen:

  • Edelmetalle (z.B. Gold, Silber, Platin, Paladium)
  • Industriemetalle (z.B. Aluminium, Kupfer, Nickel)
  • Energierohstoffe (z.B. Kohle, Erdöl, Erdgas)
  • Agrarrohstoffe (z.B. Baumwolle, Kaffee, Mais, Weizen, Soja)
  • Lebendvieh (z.B. Magerschweine, Rinder)

Wenn du eines dieser Segmente oder einen bestimmten Rohstoff interessant findest, dann stellt sich als nächstes die Frage, WIE du in diesen Rohstoff investierst. Hierfür gibt es eine ganze Reihe an unterschiedlichen Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Physisches Investment

Du könntest zunächst ganz klassisch physisch in den Rohstoff investieren. Das heißt du kaufst den Rohstoff so wie er ist. Das kann ein Goldbarren sein oder auch ein Fass Erdöl oder ein Sack Mais.

Warum solltest du das tun? Zunächst kannst du ganz direkt von den Preisänderungen des Rohstoffs profitieren. Wenn du deinen Sack Mais teurer verkaufst als du ihn gekauft hast, hast du Rendite gemacht. Das Ganze kann aber natürlich auch umgekehrt passieren. Bei Gold hast du den Vorteil, dass keine Mehrwertsteuer auf den Kauf anfällt.

Unser kleines Beispiel zeigt aber auch schon ein paar der Nachteile eines physischen Investments in Rohstoffe. Zunächst werfen Rohstoffe keine Rendite ab. Deine Rendite ist allein der Preisunterschied bei Verkauf. Zinsen oder Dividenden bekommst du von deinem Sack Mais keine. Der Sack muss jedoch gelagert werden. Während das bei Gold noch recht einfach ist, musst du für den Sack Mais schon deutlich mehr Platz haben, bei einer Herde Rinder wird es für die meisten dann schon schwieriger. Die Kosten für die Lagerung, beispielsweise ein Bankschließfach, musst du natürlich von deinem Gewinn bei Verkauf abziehen.

Rohstoff-Aktien

Eine mögliche Alternative wäre der Kauf von Aktien eines Unternehmens, das im Bereich der Rohstoffe aktiv ist. Anstelle von deinem Sack Mais könntest du beispielsweise Aktien eines Saatgutunternehmens wie Monsanto kaufen.

Damit musst du nicht mehr deinen Sack Mais im Kleiderschrank lagern, profitierst aber trotzdem von Preisänderungen des Rohstoffs Mais.

Fonds

Wenn du weder Rohstoffe physisch kaufen möchtest, noch Aktien von einzelnen Firmen, dann wäre eine weitere Option Rohstoffe in Form von Fonds zu kaufen. Diese bilden im Normalfall einen ganzen Korb von Rohstoffen ab. Wichtig ist dabei genau hinzuschauen, in was der Fonds investiert. Investiert er in Rohstoffunternehmen oder arbeitet er mit sogenannten Terminkontrakten oder Futures?

In den meisten Fällen erfolgen Investitionen eines Fonds über Terminkontrakte. Das bedeutet, dass der Fonds mit einem Handelspartner einen Vertrag abschließt, dass er an einem bestimmten Tag für einen bestimmten Preis beispielsweise eine Tonne Mais geliefert bekommt. Die Hoffnung dabei ist, dass an diesem Tag die Tonne Mais mehr wert sein wird, als man in dem Vertrag vorher ausgehandelt hat. Nun will aber kein Fonds eine Tonne Mais vor der Haustür stehen haben. Deshalb muss er vor Erreichen des Termins diesen Vertrag weiterverkaufen. Dafür kauft man einen neuen Vertrag mit einem späteren Liefertermin, den man vor der Lieferung wiederum verkauft. So geht das weiter, ohne dass jemals ein Sack Mais an den Fonds geliefert wird. Die Herausforderung ist nun, bei diesen An- und Verkaufsgeschäften unterm Strich Gewinne zu machen.

Zertifikate / CFDs

Eine weitere Alternative stellen Zertifikate oder sogenannte CFDs dar. Zertifikate sind von Banken ausgegebene Schuldverschreibungen. Die Rendite hängt dabei vom Erfolg oder Misserfolg des Geschäfts ab. Zertifikate sind also letztlich Wetten auf die Entwicklung von Rohstoffpreisen. Wenn du also der Meinung bist, dass Edelmetalle mittelfristig steigen, könntest du dir ein entsprechendes Zertifikat ins Depot legen, das an steigenden Edelmetallkursen profitiert. Die Sonderform ETC (Exchange Traded Commodities, also börsengehandelte Rohstoffe) ist eine Weiterentwicklung von Zertifikaten. Dabei konzentrierst du direkt auf einen bestimmen Rohstoff.

CFDs (Contracts for Difference, also Differenzkontrakte) werden nicht über die Börse gehandelt, sondern direkt zwischen zwei Handelspartnern. Oft besitzen sie einen sogenannten Hebel, der Gewinne oder Verluste mit einem bestimmten Faktor vergrößert.

Während auch Zertifikate kein Teufelszeug sein müssen und für Wetten sicherlich gut geeignet sein mögen, sind sie meiner Meinung nach für den unerfahrenen und auf Sicherheit setzenden Kleinanleger ungeeignet. Konzentriere dich daher also lieber auf eine der anderen Formen.

Immobilien

Auch bei Immobilien gibt es mehrere Möglichkeiten, wie du investieren kannst.

Physisches Investment

Ähnlich wie bei Rohstoffen kannst du zunächst direkt investieren und eine Immobilie als Renditeobjekt kaufen. Ein Renditeobjekt bezeichnet eine Immobilie, die ein Käufer erwirbt nicht um darin selbst zu wohnen, sondern um sein Vermögen zu vermehren. Er erhofft sich also eine langfristige und lukrative Einnahmequelle. Die Erträge setzen sich aus den monatlichen Mieteinnahmen und (unter Umständen) aus dem später erzielten Verkaufspreis zusammen.

Was sind die Vorteile eines Immobilienerwerbs? Ein Vorteil ist, dass sie – anders als Rohstoffe – einen Cashflow generieren. Nämlich die regelmäßigen Mieteinnahmen. Die Vergangenheit zeigt, dass ihr Wert in einem ähnlichen Tempo steigt wie die Inflation.

Wo liegen die Nachteile eines Immobilienerwerbs für Renditezwecke? Zunächst ist es derzeit aufgrund des Immobilienbooms sehr schwer, eine vernünftige Immobilie in guter Lage zu einem vernünftigen Preis erwerben zu können. Du brauchst hier sehr viel Fachwissen und auch einiges an Glück. Wichtig hierbei ist auch die Frage, wie vielen Jahresmieten der Kaufpreis entspricht.

Der Aufwand für Verwaltung, Organisation und Renovierungen sollte nicht unterschätzt werden. Kosten fallen an für die Instandhaltung und Verwaltung, bei Mieterwechseln, bei Leerstand oder für Sanierungen. Gerade hierbei steht der Privatmann jedoch in Konkurrenz zu großen Immobilienfirmen, die hunderte oder gar tausende von Wohnungen unterhalten. Diese können aufgrund der Masse ganz andere Preise mit Handwerkern, Gärtnern, usw. aushandeln, als du das mit deiner einen Wohnung machen kannst. Das ist vor allem auch dann wichtig, wenn wie uns die Kosten eines Immobilienkaufs anschauen.

Ein Immobilienkauf ist teuer. Damit meine ich nicht nur den eigentlichen Preis der Immobilie, sondern auch die sogenannten Nebenkosten. Damit sind gemeint Maklergebühren, Notarkosten, Grundbuchkosten und Grunderwerbsteuer. Nehmen wir an, du kaufst eine Eigentumswohnung für 50.000 Euro in Berlin. Die Maklergebühren in Berlin liegen bei 7,14%, in unserem Fall also rund 3.500 Euro. Die Notar- und Grundbuchkosten liegen bei einer Immobilie von diesem Wert bei ungefähr 1.200 Euro. Die Grunderwerbssteuer liegt in Berlin bei 6%, also 3.000 Euro. Du kommst also auf Gesamtnebenkosten von 7.700 Euro. Bezogen auf den Wohnungswert von 50.000 Euro sind das stolze 15,4%. Das heißt, die Immobilie muss erst einmal 15,4% Rendite einbringen, damit du auf null bist.

Crowd-Investments

Eine Alternative stellt daher das sogenannte Crowd-Investment dar. Bei einem Crowd-Investment beteiligen sich gleich mehrere Personen mit jeweils nur geringen Geldbeträgen am Kauf einer Immobilie. Die Idee dahinter ist, dass man einen weitaus geringeren Kapitaleinsatz benötigt, als wenn man allein eine Immobilie kauft. Die Einstiegshürden sind sehr viel niedriger. Ein Crowd-Investment ist einfach und schnell. Es kostet im Normalfall auch keine Gebühren.

Teilweise kannst du dich mit unter 100 Euro an einer Immobilie beteiligen. Angeboten werden je nach Projekt oft zwischen 4,5 und 7,5 % „Zinsen“. Klar ist bei einer solchen Rendite  aber auch, dass man größere Risiken eingehen muss.

Ein Crowd-Investment gilt als nachrangiges Darlehen du stehst damit in der Rangfolge zwischen Eigen- und Fremdkapital. Das bedeutet, dass im Fall eines Scheiterns, erst die Banken und dann die Crowd-Investoren bedient werden. Man kann also davon ausgehen, dass bei einem Scheitern das gesamte Kapital verlorengeht.

Immobilienfonds

Eine weitere beliebte Möglichkeit, in Immobilien zu investieren, sind Immobilienfonds. Ähnlich wie bei Aktienfonds setzt eine Fondsgesellschaft einen Investmentfonds auf, in den Anleger Kapital einzahlen können. Dieses Geld wird dann in der Regel in mehrere Immobilien investiert.

Der Vorteil für den Kleinanleger liegt darin, dass er sich bei dieser Form, ähnlich wie beim Crowd-Investment, mit relativ kleinen Geldbeträgen an einer Immobilie beteiligen kann. Da die Fondsgesellschaft formeller Eigentümer ist, wird auch sie in das Grundbuch eingetragen. Entsprechend fallen für den Kauf eines Anteils an einem Immobilienfonds nicht die Kaufnebenkosten eines direkten Kaufs an. Dabei beteiligst du dich als Investor nicht nur an einem Objekt, sondern mit der Höhe deiner Einlage am gesamten Portfolio, das der Fonds hält.

Immobilienfonds gibt es in offener und geschlossener Form. Bei einem offenen Immobilienfonds können die Fondsanteile jederzeit gekauft und verkauft werden. Bei einem geschlossenen Fonds ist das nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu Beginn möglich. Offene Immobilienfonds sind also deutlich flexibler und dadurch bei Kleinanlegern auch relativ beliebt.

Immobilienaktien             

Ähnlich wie bei Rohstoffen kann man auch in Immobilien investieren, indem man Aktien von Firmen Kauft, die in diesem Bereich tätig sind. Das können Unternehmen sein, die Geld mit der Vermietung oder dem Verkauf von Immobilien und Grundstücken erzielen. Meistens konzentriert sich ein Immobilienunternehmen auf ein bestimmtes Segment. Beispielsweise Gewerbe- oder Wohnimmobilien. ´

Der Vorteil an Immobilienaktien ist, dass sie die beiden Anlageformen Aktien und Immobilien zusammenführen und damit die Vorteile eines Immobilieninvestments anbieten, ohne dass man manche der Nachteile eines direkten Immobilieninvestments in Kauf nehmen muss.

Tendenziell unterliegen Immobilienaktien allerdings starken Kursschwankungen. Experten streiten dabei über die Frage, ob Immobilienaktien mehr vom Aktienmarkt oder mehr von den Immobilienpreisen abhängen. Sicherlich ist es aber eine Kombination aus beidem.

REITs

REIT steht für Real Estate Investment Trust und ist eine Unterform eines Immobilienunternehmens. Es gibt dabei einige Besonderheiten, die einen REIT für Anleger besonders attraktiv machen soll. Während es in den USA REITs schon sein den 1960er Jahren gibt wurden sie in Deutschland erst im Jahr 2007 zugelassen.

REITs sind von der Körperschafts- und Gewerbesteuer ausgeschlossen, wenn sie dafür mindestens 90% ihrer Gewinne an die Anleger ausschütten. Für dich als Anleger bedeutet dies einen stetigen Dividendenfluss. Das Ziel bei der Einführung war es, eine transparente Anlageform zu schaffen, um es möglichst vielen Anlegern zu ermöglichen, in Immobilien zu investieren. Auch hier wird also versucht, die Vorteile von Aktieninvestments, mit denen von direkten Immobilieninvestments zu kombinieren.

Währungen

Ähnlich wie auch andere Anlageklassen kannst du auch in ausländische Währungen investieren und an möglichen Kursgewinnen profitieren. Eine klassische Anlageform sind Devisen, in den vergangenen Monaten haben aber auch sogenannte Kryptowährungen einen Boom erlebt.

Devisen

Beginnen wir aber mit dem Klassiker, den Devisen. Zunächst klären wir einmal, was Devisen überhaupt sind. Man unterscheidet ausländisches Geld grundsätzlich in zwei Arten: Sorten und Devisen. Bei Sorten handelt es sich um ausländisches Bargeld (also Banknote und Münzen), bei Devisen handelt es sich um Buchgeld, das sich auf Konten befindet.

Der Devisenkurs zeigt den Wert einer Währung im Vergleich zu einer anderen. Wenn man also beispielsweise den Devisenkurs des Dollars im Verhältnis zum Euro anschaut, dann wird der Wert eines Dollars in Euro angegeben.

Beim Devisenhandel, der auch als Forex bezeichnet wird, tauscht man eine bestimmte Währung gegen eine andere Währung. In unserem Beispiel den Euro gegen Dollar. Einen Gewinn kann man dann erzielen, wenn sich der Wert der gekauften Währung (hier Dollar) gegenüber der verkauften Währung (hier Euro) erhöht, der Devisenkurs also steigt. Umgekehrt besteht aber natürlich auch das Risiko, dass es in genau die andere Richtung geht.

Analog zu Rohstoffen gibt es auch bei Devisen sogenannte Spotgeschäfte und sogenannte Termingeschäfte. Von einem Spotgeschäft spricht man wenn zwischen dem Tag der Verabredung des Geschäftes und seiner Erfüllung maximal zwei Arbeitstage liegen. Bei Devisentermingeschäften liegen mindestens 3 Tage dazwischen. Hier vereinbart, dass man eine Währung zu einem bestimmten Kurs und zu einem bestimmten Zeitpunkt kaufen oder verkaufen wird.

Um nicht ständig eine Währung in die andere tauschen und auf gesonderten Fremdwährungskonten halten zu müssen wurden als Alternative Optionsscheine und Zertifikate entwickelt. Ähnlich wie bei Rohstoffzertifikaten kann man damit auf steigende oder fallende Kurse wetten. Das ganze gibt es auch mit entsprechenden Hebeln, die Gewinne oder eben auch Verluste um einen bestimmten Faktor erhöhen. Hierbei kannst du die Richtung, in die du wettest aussuchen. Zertifikate und Optionsscheine, die auf steigende Kurse setzen heißen Long-Zertifikate oder Call-Optionsscheine. Solche die auf sinkende Kurse setzen, heißen Short-Zertifikate oder Put-Optionsscheine.

Über die Frage, ob Devisengeschäfte auch für Kleinanleger sinnvoll sind, wird gestritten. Privatleute machen derzeit lediglich ungefähr 2% der Devisenhändler aus. In Deutschland schätzt man, dass ungefähr 70.000 Privatpersonen als Forex-Händler aktiv sind. Die Tendenz ist allerdings stark steigend. Unbestreitbar gibt es unzählige Einflüsse auf Währungen. Wenn du also fundierte Entscheidungen treffen möchtest, dann musst du immer auf dem neuesten Stand der Informationen sein, was einen nicht unbeträchtlichen zeitlichen Aufwand mit sich bringt. Wichtig für dich zu realisieren ist, dass Devisengeschäfte ein Nullsummenspiel sind (inkl. der Gebühren sogar ein Verlustgeschäft). Da man direkt mit einem Handelspartner Devisen tauscht wird unweigerlich einer gewinnen und einer verlieren. Unterm Strich steht also eine Null. Das unterscheidet Devisengeschäfte beispielsweise von Aktiengeschäften, wo zwei Investoren nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern beide gleichzeitig an steigenden Kursen derselben oder unterschiedlichen Aktien gewinnen können. Hinzu kommt, dass Wechselkurse oft unvorhersehbaren und nicht zu unterschätzenden Schwankungen ausgesetzt sind.

Kryptowährungen

So oft wie kaum eine andere Anlageklasse, haben in den vergangenen Monaten Kryptowährungen positiv wie negativ die Medien dominiert. An ihnen scheiden sich die Geister vieler Experten. Die einen sehen in ihnen die Zukunft, andere einen riesigen Betrug. Der bekannteste Vertreter von Kryptowährungen ist der Bitcoin. Der Einfachheit halber wollen wir zunächst auch bei diesem Beispiel bleiben.

Doch klären wir zunächst was Kryptowährungen überhaupt sind. Kryptowährungen wurden 2008 in Reaktion auf die Finanzkrise geschaffen. Der Gedanke war, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von Notenbanken, Behörden oder anderen Organisationen sind. Man wollte damit einen sogenannten Single Point of Failure (also eine einzelne Stelle des Scheiterns) verhindern, die die Währung manipulieren oder durch unbedarfte Aktionen gefährden könnte. Dazu wollte man die Währung teilbar, sicher, allgemeingültig und transportierbar machen und sie in ihrer Stückzahl begrenzen. Ein Transfer sollte schnell, günstig und ohne Zwischenhändler (z.B. eine Bank) über die Runde gehen. Im Jahr 2008 wurde unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Konzept veröffentlicht, dass eine Währung beschrieb, die all diese Eigenschaften verband. Die (nach wie vor unbekannte) Person gab der Währung den Namen Bitcoin. Die dafür entwickelte Technologie nennt sich Blockchain.

Klären wir also erst einmal, was eine Blockchain überhaupt ist. Bildlich gesprochen kannst du dir eine Blockchain als ein elektronisches Grundbuch vorstellen, in dem Eigentumsübertragungen festgehalten werden. Habe also einen Block Papier vor Augen. Jedes Mal, wenn nun jemand eine Transaktion tätigt, also beispielsweise Geld verschickt oder Geld bekommt, dann wird das auf einer Seite notiert. Diese Blockseite wird an alle Teilnehmer des Netzwerks verschickt. Mindestens 51% der anderen Teilnehmer müssen dann die Transaktion bestätigen (es entsteht ein sogenannter Konsens). Wenn eine Transaktion nicht korrekt war (weil zum Beispiel dasselbe Geld an zwei verschiedene Personen verschickt wurde) bleibt die Bestätigung aus und die Transaktion wird nicht durchgeführt. Nach 10 Minuten (diese Zeit ist willkürlich festgelegt) wird umgeblättert. Mit dem Umblättern des kannst du davon ausgehen, dass die Transaktion korrekt war. Der Block mit den bestätigten Seiten wird nun an alle vorherigen Blöcke angehängt. Dadurch entsteht eine Kette von Blöcken oder, auf Englisch, eine Blockchain. In dieser Kette sind alle Transaktionen transparent und dauerhaft notiert. Eine Transaktion kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden, weil dadurch die ganze Blockchain zerstört werden würde.

Eine Blockchain wird von sogenannten Minern, also „Schürfern“, hergestellt. Dazu muss ein Computer ein Rätsel lösen. Derjenige, der das Rätsel als erstes gelöst hat, bekommt dann die Blockchain. Er darf sich künftig als Miner über die Einnahmen aus den Transaktionsgebühren aller Transaktionen freuen, die künftig über diese Blockchain abgewickelt werden. Im Fall von Bitcoin wurde die maximale Anzahl an Bitcoins begrenzt. Ungefähr im Jahr 2140 wird der letzte von dann 21 Millionen Bitcoins geschürft sein. Während es damit anfangs noch relativ leicht war, einen Bitcoin zu schürfen, wurde und werden die Rätsel nach und nach immer schwerer zu lösen. Heute können nur noch große und extrem leistungsfähige Computerfarmen Bitcoins schürfen und verbrauchen dabei insgesamt mehr Strom als komplett Argentinien. Neben den erwähnten Transaktionsgebühren bekommt der Miner der Blockchain derzeit zusätzlich noch 12,5 Bitcoins oben drauf. Diese Zahl wird sich allerdings nach und nach reduzieren.

Was sind nun die Vorteile von Kryptowährungen? Aufgrund des dezentralen Systems sind Kryptowährungen sehr sicher. Trotz wirklich hoher Anreize hat es in den letzten knapp 10 Jahren seiner Existenz niemand geschafft, das Bitcoin-System zu knacken. Außerdem ist man unabhängig von zentralen Institutionen. Das kann gerade für Menschen in Ländern mit schwachen staatlichen Strukturen oder einer hohen Inflation ein Segen sein. Und letztlich kann man Geld schnell und zuverlässig an jeden Ort der Welt verschicken. Eine Kryptowährung kann per se nicht verboten werden, weil es ein dezentrales System ist. Was du jedoch im Kopf behalten musst ist, dass der Handel mit ihnen oder das Schürfen sehr wohl verboten werden kann. Derzeit gibt es solche Diskussionen in China und Südkorea.

Wo liegen also die Probleme von Kryptowährungen? Das Hauptproblem liegt darin, dass wir es mit einer völlig neuen Anlageform zu tun haben. Daher ist es schwierig bis derzeit noch unmöglich den wahren Wert eines Bitcoins zu bestimmen. Der Wert von Währungen liegt primär im Vertrauen. Ein Geldschein an sich hat auch kaum einen Wert. Gold hat Wert, weil es über Jahrhunderte als Tauschmittel anerkannt ist und die Menschen darin Vertrauen. Ob Kryptowährungen in der Lage sind, das Gold der Zukunft und damit ein Wertspeicher zu werden, muss sich erst noch zeigen. Bitcoins sind darüber hinaus die nahezu einzige Kryptowährung, die eine praktische Anwendungsform hat. Entscheidend wird also sein, ob sich die Technologie durchsetzen wird und ob Anwendungsfälle für Kryptowährungen entwickelt werden. Sollte das der Fall sein, wird auch der Wert eines Bitcoins besser zu bestimmen sein, sollte dies nicht der Fall sein, wird der Bitcoin langfristig wertlos sein.

Solltest du also erwägen, in Kryptowährungen zu investieren, dann musst du dir bewusst sein, dass es sich um eine sehr junge Technologie handelt, deren Nutzen noch nicht endgültig geklärt ist. Der Markt ist heftigen Preisschwankungen ausgesetzt. Während der Preis eines Bitcoins im Jahr 2017 um sagenhafte 1500 Prozent gestiegen ist, hat er in den vergangenen drei Wochen um fast 50% nachgegeben. Gleichzeitig liegt das Risiko eines Totalverlusts deutlich höher als bei etablierten Anlageformen.

 

 

 

Anlageformen 2: Rohstoffe, Immobilien und Währungen

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