Dieser Überblick soll dir einen ersten Eindruck geben und dir in klar verständlicher Sprache erläutern, was sich hinter den einzelnen Klassen versteckt. In späteren Posts werden wir uns dann noch einmal die einzelnen Klassen en detail anschauen und in die Tiefe gehen.

In meinen ersten beiden Posts möchte dir einen Überblick über die Vielzahl an Möglichkeiten geben, die am Markt vorhanden sind. Dazu findest du im Schaubild eine grobe Übersicht über die nachgefragtesten Anlageformen. Diese Liste ist nicht abschließen. Das kann und soll sie auch gar nicht sein. Zum einen gibt es noch viele weitere Formen, die entweder für einen Kleinanleger nicht in Frage kommen, weil sie entweder höhere Summen voraussetzen (z.B. geschlossene Immobilienfonds) oder extrem Risikoreich (z.B. Futures oder CFDs) sind.
Welche Anlageformen für dich in Frage kommt hängt letztlich von einer ganzen Reihe von Kriterien ab. Wie alt bin ich? Wieviel Zeit habe ich? Wieviel Risiko bin ich bereit zu tragen? Wieviel Geld habe ich zur Verfügung? Wie sieht mein Einkommen aus? Welche Verpflichtungen habe ich? Du siehst also, dass es hier nicht die eine richtige Entscheidung geben kann. Was für den Einen richtig ist, muss es noch lange nicht für den Anderen sein.

Geld
Die beiden beliebtesten Anlageformen in Deutschland sind nach wie vor Tagesgeldkonto und Sparbuch.
Auf ein Sparbuch kann man im Allgemeinen sofort zugreifen, auf Geld auf einem Tagesgeldkonto (wie der Name schon sagt) innerhalb einiger Stunden bzw. eines Tages und auf Festgeld abhängig von der vereinbarten Laufzeit.
Derzeit gibt es nahezu keine Zinsen auf diese Konten. Selbst bei Festgeld sieht es derzeit nicht viel besser aus. Parallel gibt es aber die Inflation (ca. 2% im Jahr), die die Kaufkraft (den realen Wert) unseres Geldes verringert. 100€, die man auf einem zinsfreien Konto geparkt hat, sind damit 10 Jahre später nur noch 82€ wert. Man hat also 18€ effektiv verloren.
Warum also Geld auf Sparkonten parken? Nun, das kann eine Reihe von Gründen haben. Zunächst einmal gibt es hier den Aspekt der ständigen Verfügbarkeit. An Geld auf dem Sparbuch oder auf einem Tagesgeldkonto kann ich innerhalb kürzester Zeit zugreifen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du vor ungeplanten Ausgaben stehst. Du brauchst ein neues Auto oder die Waschmaschine ist kaputt. Oder du verlierst unerwartet deinen Job. Daher solltest du immer sicherstellen, dass du 2-3 Monatsgehälter (netto) als Reserve in der Hinterhand hast, auf die du auch kurzfristig ohne Verlustrisiko zugreifen kannst.
Dann gibt es auch noch das Sicherheitsargument. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 sagte Bundeskanzlerin Merkel „wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.” Dieses Versprechen konnte massenhaftes Abheben von Geld (einen sogenannten Bank Run) verhindern. Allerdings muss man auch wissen, dass diese Aussage bis heute nie in ein Gesetz geflossen ist. Es gib also nach wie vor keinen rechtlichen Anspruch darauf. Worauf es mittlerweile aber einen gesetzlichen Anspruch gibt ist die europäische Einlagensicherung. 2009 haben die EU-Finanzminister beschlossen, dass bis zu 50.000 Euro rechtlich einklagbar sind. Das wurde später auf 100.000€ erhöht. Ist das Ersparte damit sicher? Nun, in der Theorie ja. Ob das auch in der Praxis im Falle eines Bankenkollapses haltbar ist, werden wir hoffentlich nie herausfinden.

Anleihen
Eine Anleihe wird oft auch als Rentenpapier oder Schuldverschreibung bezeichnet. Am treffendsten ist jedoch die Bezeichnung „festverzinsliches Wertpapier“. Was bedeutet das nun? Eine Anleihe dient zu Beschaffung von neuem Kapital (Geld). Es ist also sozusagen ein Kredit. Im Normalfall sind die Herausgeber einer Anleihe (die „Schuldner“) Staaten oder Unternehmen. Dabei wird festgelegt, was der Preis für ein solches Wertpapier ist, wann der Schuldner diesen Preis zurückzahlen muss, und welchen Zinssatz der Schuldner bezahlen muss. Du als Privatperson kannst dann so eine Anleihe kaufen (damit wirst du zum „Gläubiger“) und bekommst nach Ablauf der festgelegten Zeit das investierte Geld plus die Zinsen zurückbezahlt. Wenn du also für 100 € eine Anleihe kaufst, die mit 2% verzinst wird und ein Jahr Laufzeit hat, bekommst du am Ende des Jahres 100€ plus 2€ an Zinsen, insgesamt also 102€ zurück.
Anleihen gelten als sehr sichere Anlageform, da du schon beim Kauf weißt, wann du wieviel Geld zurückbekommen wirst. Das größte Risiko ist daher die Insolvenz des Schuldners. In den meisten Fällen ist in so einem Fall auch das investierte Geld verloren. Entsprechend unterschieden sich auch die angebotenen Zinssätze voneinander. Eine große Rolle spielt dabei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner pleitegeht Während du derzeit für eine zehnjährige Anleihe der Bundesrepublik lediglich 0,54% Zinsen bekommst (sehr geringes Risiko einer Staatspleite), sind es bei Griechenland derzeit 5,33% (höheres Risiko einer Staatspleite. Unterm Strich hängt das Risiko also stark vom Staat oder Unternehmen ab, dessen Anleihen du kaufst.

Aktien
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer also eine Aktie kauft wird automatisch auch zum Teilinhaber (Gesellschafter). Das ist für das Verständnis von Aktien von essentieller Wichtigkeit. Aktien dienen für das Unternehmen, das Aktien ausgibt als Finanzierungsmöglichkeit. Anders als bei Anleihen bekommt man für jedoch nicht sein einbezahltes Kapital nebst Zinsen zurück, sondern man bekommt dafür einen Teil des Unternehmens. Wieviel das ist hängt davon ab, wieviel Aktien ausgegeben wurden. Mit dem Besitz einer Aktie kannst du also an der Leistung eines Unternehmens profitieren. Gleichzeitig kann der Wert eines Unternehmens aber auch fallen, wenn schlecht gewirtschaftet wird. Bevor du also in Aktien eines Unternehmens investierst, solltest du dir dieses genau ansehen und dir überlegen, ob du von dessen Zukunft überzeugt bist.
Aktien gelten aufgrund ihrer Schwankungen als eher risikoreiches Investment. Daher ist insbesondere der Zeithorizont wichtig, mit dem du planst. Wenn du das in Aktien investierte Geld in Kürze für den Kauf einer neuen Küche benötigst, dann solltest du vom Aktienkauf absehen. Keiner weiß, ob nicht Morgen, nächste Woche oder in einem Jahr der nächste Crash bevorsteht. Als Faustregel solltest du nur Geld in Aktien investieren, welches du in den nächsten 5-10 Jahren nicht benötigst. Damit gibst du den Aktien im Fall eines Crashs genug Zeit, sich zu erholen und auf das alte Level zurückzukehren.
Der berühmte Börsenspekulant André Kostolany hat in seinem Buch „Die Kunst, über Geld nachzudenken“ die Aktien und die allgemeine Wirtschaft mit einem Hund (die Aktien) verglichen, der mit seinem Herrchen (die Wirtschaft) Gassi geht. Das Herrchen bewegt sich dabei gemächlich voran, bleibt manchmal kurz stehen, kehrt vielleicht mal kurz um, bewegt sich letztlich aber kontinuierlich voran. Der Hund (Aktien) rennt mal einiges voraus bis er von der Leine gestoppt wird, fällt manchmal auch zurück oder geht auch mal gemütlich neben dem Herrchen her. Da beide durch die Leine miteinander verbunden sind, kommen beide am Ziel an. Der Hund hat jedoch deutlich mehr Wegstrecke zurückgelegt als das Herrchen. So verhält es sich auch mit der Gesamtwirtschaft und Aktien. Wenn Aktien zu stark gestiegen sind, ohne dass es dafür eine wirtschaftliche Grundlage gibt, spannt sich die Leine und die Kurse fallen wieder. Fallen die Kurse einer guten wirtschaftlichen Entwicklung zurück, dann werden Sie sich langfristig auch wieder angleichen.
Eine Möglichkeit, diese Schwankungen zu minimieren ist, in einen Aktienfonds zu investieren. Dabei setzt du nicht auf nur ein einzelnes Unternehmen, sondern auf gleich eine größere Anzahl. Wenn dann ein Unternehmen im Wert sinkt oder gar pleitegeht, dann sind die Konsequenzen für dich bei weitem nicht so stark, als wenn du ausschließlich Aktien von diesem Unternehmen hälst. Dabei kann man grob zwischen zwei Typen von Fonds unterscheiden: Den aktiv gemanagten Fonds und den sogenannten Indexfonds oder ETFs. ETF steht dabei für Exchange Traded Funds (börsengehandelter Fonds). Der Unterschied liegt daran, dass bei einem aktiv gemanagten Fonds ein Fondmanager aktiv versucht, so gut wie möglich abzuschließen. Dazu kauft er munter Aktien hinzu und verkauft andere. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Kosten für einen solchen Fonds sehr hoch sind. Nicht nur muss der Fondsmanager auch bezahlt werden, auch kostet jeder einzelne Kauf oder Verkauf weitere Gebühren. Ein ETF verzichtet auf solche permanenten Umschichtungen und bildet stur einen Index (zum Beispiel den DAX mit den 30 wichtigsten deutschen Firmen) nach. Dabei versucht er gar nicht erst, besser als der Index abzuschneiden, sondern er punktet durch extrem niedrige Kosten. Die Realität hat dabei gezeigt, dass nach Abzug aller Kosten, ETFs langfristig oft besser abschneiden als ein aktiv gemanagter Fonds.

In was kann ich investieren? Anlageformen 1: Geld, Anleihen und Aktien

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